CDU und EAK im Dialog mit Frankenberger Kirchen – Pfarrer Karl-Günther Balzer: „Keinen Nanny-Staat, aber Leitlinien!“

Der CDU-Stadtverband Frankenberg hat gemeinsam mit dem Evangelischen Arbeitskreis (EAK) der CDU Waldeck-Frankenberg wie schon im Jahr 2013 eine Gesprächsrunde mit Vertretern der Frankenberger Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften durchgeführt. Das Gespräch stand unter der inhaltlichen Überschrift „Bewahrung der Schöpfung – Erwartungen an Politik“.

Neben zahlreichen Kommunalpolitikern und interessierten Mitgliedern der CDU, nahmen Vertreter der Evangelischen Kirchengemeinde, der Katholischen Pfarrgemeinde St. Mariae Himmelfahrt, der Freien Evangelischen Gemeinde, der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde und der Evangelischen Gemeinschaften an der Veranstaltung teil, die im Jugend- und Gemeindezentrum der Evangelischen Gemeinschaften in der Ruhrstraße stattfand.

Einleitend stellte Pfarrer Karl-Günther Balzer, Beauftragter der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck für den ländlichen Raum,  die theologischen Grundlagen für das Thema in einem Impulsreferat dar. Dabei ging er  unter anderem auf die Schöpfungsgeschichte im Ersten Buch Mose ein und betonte, dass „ …der Mensch nicht als Beherrscher, sondern als Diener der Erde…“ eingesetzt worden sei. Der Mensch habe in der Tat heutzutage die Macht, die Erde zu beherrschen, aber diese Macht verpflichte ihn zur Verantwortung für das, was ihm anvertraut sei. 

Mit Blick auf die Verantwortung der Politik für die Umwelt wies der Kreisvorsitzende des EAK, Karl-Heinz Bastet, darauf hin, dass die Bibel zwar kein Regierungsprogramm sei, der christliche Glaube jedoch wichtige Leitplanken darstelle und fasste mit einem Zitat von Franz  Alt zusammen: „Im Geiste Jesu müssen nicht alle Umweltschützer Christen, aber unbedingt alle Christen Umweltschützer sein!“

Unter den Teilnehmern entspann sich eine umfassende Diskussion über verschiedene Aspekte zur Bewahrung der göttlichen Schöpfung. Winfried Deichsel, der Vorsitzende des katholischen Pfarrgemeinderates, rief dazu auf, die Eigenverantwortung jedes einzelnen in den Mittelpunkt christlich orientierten Handelns zu stellen. Daniel Bäumner, Jugendreferent der Evangelischen Gemeinschaften im Frankenberger Land, forderte die Kommunalpolitiker auf, Bürgerinnen und Bürger verstärkt für den Erhalt der Schöpfung zu sensibilisieren und die Gelegenheit zu nutzen, dies im Einklang mit den Kirchen zu tun. Pfarrer Karl-Günther Balzer stellte fest: „Ich will keinen Nanny-Staat, der den Menschen alles vorschreibt und regelt. Aber ich erwarte Leitlinien von der Politik!“

Der Vorsitzende der CDU Frankenberg, Thomas Müller, zog ein positives Fazit der Gesprächsrunde: „Wir können auf einen gelungenen Abend mit anregenden und durchaus auch kontroversen Debatten zurück blicken. Daher kann ich feststellen, dass der Austausch über kirchliche Fragen sich immer wieder lohnt. Als Kommunalpolitiker erhalten wir dabei viele wichtige Impulse für unsere politische Arbeit. Ich bin mir sicher, dass unsere Gesprächsrunde im kommenden Jahr eine neuerliche Fortsetzung erleben wird.“

( Admin | 2014-05-19 )