Integriertes Verkehrskonzept ist Schlüsselthema für das künftige Stadtsanierungsgebiet Ausführlich haben Bürgermeister Christian Engelhardt und Vertreter der bürgerlichen Koalition in der Stadtverordnetenversammlung (CDU, FDP und BLF) über ein integriertes Verkehrskonzept für das Sanierungsgebiet gesprochen. „Die Gesamtkonzeption von Autoverkehr, ÖPNV, Fahrradwegen und Fußgängerverbindungen werten wir als Schlüsselthema für die Stadtsanierung", betonte Bürgermeister Engelhardt.
Die Stadtsanierung bedeutet nach Ansicht der Koalitionäre nicht nur die Anlage neuer Plätze sowie die Sanierung von Gebäuden, sondern auch eine funktionelle Verbesserung des Sanierungsgebietes. „Bei der aktuellen Planung der Stadtsanierung wird auch geprüft, wie zum Beispiel Fußgängerwege attraktiver zum Gehen und Verweilen einladen können, wie die Lücken im Radwegenetz im Sanierungsgebiet geschlossen werden können, wie Haltestellen für den Bus attraktiver angelegt und auf welche Weise die Straßen an den Verkehrsfluss angepasst werden können", erklärte CDU-Fraktionsvorsitzende Elke Drothler. „Die Stadtsanierung ist für uns Chance, viele Mängel, die aus heutiger Sicht bestehen, im Sanierungsgebiet zu beheben", ergänzte FDP-Fraktionschefin Sabine Debus. Dem pflichtet BLF-Fraktionsvorsitzender Lothar Koch bei, der zudem ergänzt, dass man in der Stadtsanierung auch neue Zielvorgaben für das Sanierungsgebiet machen könne: „Dies ist eine der seltenen Chancen von Kommunalpolitik, auch große Entwicklungen zu bestimmen". Zudem könnten natürlich in der Stadtsanierung nicht nur funktionale Mängel behoben werden; es sei auch höchste Zeit, Straßen und Gehwege im Sanierungsgebiet zu verbessern, denn auch diese seien in die Jahre gekommen. „Die Straßen im Sanierungsgebiet, zum Beispiel Bremer Straße, Nemphe und Jahnstraße, sind nicht nur an der Oberfläche fehlerhaft, wie sich das an den vielen Schlaglöchern erkennen lässt, sondern auch der Unterbau ist durch den vielen Verkehr in vielen Jahren in Mitleidenschaft gezogen worden", betonte Bürgermeister Christian Engelhardt. Diese Mängel zu beheben sei auch Aufgabe der Stadtsanierung, waren sich die Koaltionäre einig. Der Arbeitskreis Stadtsanierung sowie die Vorstände der bürgerlichen Koalition von BLF, CDU und FDP haben sich in den letzten Monaten mehrmals eingehend mit dem Verkehr im Sanierungsgebiet befasst. Im Ergebnis steht für die Koalition folgendes fest: 1. Die als Bundesstraße ausgebauten Straßen sind für die heutigen Verkehrsmengen zu breit. Die Ampelanlagen an den Kreuzungen sind veraltet. Mit einer besseren Ampelsteuerung würde sich der Verkehrsfluss zügiger regeln lassen. 2. Der Fernradweg 6 sowie der Fernradweg 8 und der Ederauenradweg führen zwar durch die Stadt, sind allerdings gerade im Sanierungsgebiet schlecht miteinander verknüpft und laufen zum Teil über den Straßenkörper. Hier besteht im Rahmen der Stadtsanierung die Möglichkeit, zum einen gesonderte Radspuren für diese Fernradwege zu schaffen, zum zweiten diese Radwege an das Tor der Fußgängerzone - das heißt, auf den Bereich des Landratsamtes, gegenüber dem Kaufhaus Eitzenhöfer - entlang zu führen, um so Radfahrern den Weg in die Stadt zu öffnen. 3. Der Parkplatz vor dem Bahnhof muss aufgewertet werden. Hier begrüßt die Koalition, dass die Stadt ja bereits vor längerem Kontakt mit dem Investor aufgenommen hat und der Investor die Immobilie auch entwickeln möchte. Der Bahnhof des Vorplatzes dient der Verknüpfung von Buslinien und Bahnverbindungen nach Marburg. Ebenso wichtig ist aber ein zweiter zentraler Bushaltepunkt an der Einmündung zur Uferstraße. Hier findet eine Verknüpfung zwischen ÖPNV und Fußgängerzone statt. Zudem sollen nach Vorstellungen der Koalition zumindest nach ersten Überlegungen Reisebusse vorzugsweise auf den Parkplatz zwischen Bahnhofstraße und Jahnstraße vor dem Landratsamt halten, um Touristen auf diesem Weg in die Stadt hineingeführt werden. Dafür ist natürlich besonders wichtig, dass im Rahmen der Stadtsanierung auch die Verbindung zwischen dieser Kreuzung und der Fußgängerzone entlang der Jahnstraße attraktiviert wird. 4. Die Koalition geht davon aus, dass der PKW-Verkehr im ländlichen Raum sehr wichtig ist und auch weiterhin eine hohe Bedeutung haben wird. Daher ist es wichtig, dass bei der Stadtsanierung die Funktionsfähigkeit von allen vier Verkehren, also ÖPNV, Radwege, Fußgänger- und PKW-Verkehr im Vordergrund steht. Die PKWs sollen den nötigen Raum erhalten. Allerdings wird die Stadt von der - wie bereits vom Bürgermeister angekündigt und in der Umsetzung befindlichen - Sperrung für den LKW-Durchgangsverkehr profitieren. Zudem besteht an den Kreuzungen und Ampelanlagen noch weiteres Modernisierung- und Optimierungspotential. Engelhardt: „Die Stadtsanierung ist eine große Aufgabe. Ich freue mich nach dem gemeinsamen Termin, mit den Vertretern der bürgerlichen Koalition gute Partner für die geplanten umfassenden Veränderungen der Stadt zu haben." Der Bürgermeister geht allerdings davon aus, dass auch die beiden anderen Fraktionen im Stadtparlament bei diesen Veränderungen mitziehen. Engelhardt hat deshalb auch Gesprächstermine mit der SPD und Bündnis 90/DIE GRÜNEN abgestimmt, um diese aktuellen Planungen vorzustellen und die Ideen der Fraktionen noch in die Planung einzubinden. |